Trends/Messen

Fotos imm cologne

Räume mit fließenden Übergängen

Wände raus, Räume auf: was bereits im vergangenen Jahr zu beobachten war und auch für Büro-Gestaltung gilt, wird auf der diesjährigen imm cologne 2020 weiter zelebriert. Offene und entgrenzte Räume, variabel einsetzbare Möbel, kluger Umgang mit Grundflächen und damit auch die Neubewertung von Privatsphäre.

Nach dem Designer-Paar Kate und Joel Booy von Truly Truly im vergangenen Jahr oder Todd Bracher 2017 ist es jetzt das katalanische Designbüro MUT, das bei der imm cologne auf der Sonderfläche "Das Haus" offene Wohnkultur ausprobiert. Wieder ist das klassische Wohnkonzept aus Dreizimmern, Küche, Bad und Flur aufgelöst. Wieder ordnet sich der 200 qm große Grundriss zu neuen Formen.

 

Für ihr Haus haben die beiden MUT-Designer Eduardo Villalón und Alberto Sánchez, eigentlich Spezialisten für mediterranes Wohnen mit Büro in Valencia, das Prinzip des Patios umgedreht. Der Innenhof, sonst Treffpunkt, ist Ruhezone. Dafür öffnen sich die umliegenden Bereiche fürs Schlafen, Kochen, Baden und Wohnen zur Natur. "Der Entwurf entspricht unserem Bedürfnis nach einem einfachen Wechsel zwischen drinnen und draußen, Geselligkeit und Rückzug", so Villalón im Vorwege im Interview.

 

Softe, amorphe Kreis-Formen kennzeichnen viele ihrer preisgekrönten und international gefragten Möbel, Teppiche, Fliesen oder Leuchten. Und das ist auch Teil ihrer Vision für "Das Haus", in dem Ecken rar sind und sich das Innerste nach außen kehrt. Bad, Küche, Schlafzimmer liegen am Außenrand, während das Zentrum innen leer bleibt. Der fließende Übergang zwischen draußen und drinnen wird noch betont, und das Lebensgefühl von Outdoor-Living ins Innere gebracht, indem das Haus mit hochwertigen Gartenmöbeln ausgestattet ist. „Die hier vorgenommene Neubewertung von Privatsphäre und das Nachdenken über Wohnprioritäten auf engem Raum sind aber absolut zeitgemäß“, schreibt darüber die Süddeutsche Zeitung.

 

Nachhaltigkeit, neue Materialien, Farbakzente
Neue und nachhaltige Materialien sind ein großer Schwerpunkt der Messe in diesem Jahr. Und auch smarte Technologien, die immer vielfältiger werden und sich gleichzeitig auf die konkrete Bedürfnisse abstimmen lassen. Beispiele sind Lampen, die als Bluetooth-Lautsprecher dienen, Nachttische mit kabelloser Handy-Ladestation, Schränke, die die Stimmungsbeleuchtung übernehmen, Sofas, die sich die individuelle Lieblings-Sitzposition merken - Technologie wird zum integralen, möglichst unsichtbaren Bestandteil. Zu sehen sind auf der imm cologne auch an vielen Ständen knallige Farbakzente, die minimalistische Gestaltung auffrischt.

 

Auf der Messe haben sich mit 1262 Ausstellern aus 148 Ländern rund 100 Anbieter mehr angemeldet als 2018. Im Vergleich zu Ende 2009 gibt es heute mit 477 Möbel-Herstellern in Deutschland rund 60 Betriebe weniger. Gleichzeitig zog der Branchenumsatz um mehr als 2 Milliarden Euro an. Sank aber nach jahrelangem Wachstum im vergangenen Jahr leicht auf 18 Milliarden Euro, heißt es vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Die Unternehmen seien heute aber deutlich größer, leistungsfähiger und international wettbewerbsfähiger aufgestellt als noch vor zehn Jahren. Der Verband plant zudem zur Stärkung im wachsenden internatioanlen Wettbewerb ein neues Qualitäts-Siegel "Möbel made in Germany", das für nachhaltige Produktion, kurze Lieferwege, Klimaverträglichkeit und Regionalität verliehen wird.

Die imm cologne läuft noch bis Sonntag, 19. Januar 2020

www.immcologne.de

"Botschaft in Signalgelb", Süddeutsche Zeitung vom 16. Januar 2020

"Möbel made in Germany – ein neues Siegel gegen die Billigware" - Die Welt vom 14. Januar 2020 

 


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