Trends/Messen

von Simone Kaempf Fotos Imago/Joko, Lynk & Co.

Trend Pop-Up-Stores

Heute da, morgen wieder weg: Läden auf Zeit setzen sich als Trend mittlerweile auch in kleinen Städten durch.

Vielleicht war der Pariser Designer-Store Colette so etwas wie das Ur-Modell eines Pop-Up-Stores. Im Erdgeschoß fand man Streetwear, Bücher, CDs, technische Gadgets und im Oberschoß Designerkleidung, die wöchentlich wechselte und genau deswegen den Besuch so interessant machte: es ließ sich immer etwas entdecken, was sich sonst nirgends fand.

Colette schloß 2017 nach zwanzig Jahren seine Türen. Das Prinzip aber hat sich durchgesetzt: in Concept-Stores, die eine kuratierte Auswahl oft nur für begrenzte Zeit anbieten, und vor allem in Pop-Up-Stores, Läden auf Zeit, die vielen zentralen Einkaufslagen einen attraktiven Kick verleihen.

Als das Berliner Einkaufszentrum Bikini-Haus revitalisiert neu eröffnete fand sich neben einer ungewöhnlichen Architektur und Filial-Geschäften auch Pop-Up-Boxen, die nur für kurze Zeit vermietet werden. 18 sind es auch heute noch, die mit ihrem Angebot und ihrer Holzkasten-Architektur deutlich herausstechen. Brickspaces hatte im Sommer 2019 in bester Düsseldorfer Lage einen den ersten Store eröffnet, der auf Shop-in-Shop setzt, mittlerweile sind Stores in etlichen Großstädten dazu gekommen.
 

(Bikini Haus Berlin mit 18 Pop-Up-Boxen, Foto: Imago/Joko)


Von Hermès bis zur Telekom, von Zalando bis Aldi – durch die Reihen werden Pop-Up-Stores von Unternehmen und Ketten zur kurzfristigen Eventisierung genutzt. Der Umsatz ist meistens gar nicht das Wichtigste, sondern Aufmerksamkeit für eine Marke zu schaffen. Auch Autohersteller, deren großflächige Verkaufsräume sich aus Kostengründen eher an den Rändern befinden, nutzen Pop-up- Storea in frequentierten Innenstadtlagen zur Präsentation. Die chinesische Automarke Lynk & Co. hat jüngst im Sommer in einem Pop-Up-Store in Hamburg am Alten Wall ihren Hybridwagen vorgestellt.
 

(Pop-Up-Store von Lynk & Co. im Sommer in Hamburg)

 

Aber auch die Städte selber haben erkannt, dass Pop-Up-Stores als Zwischenlösungen die Innenstadt attraktiv halten und Leerstand überbrücken können. Auch in kleinen Städten kümmern sich Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung mittlerweile um Konzepte und vermitteln zwischen Immobilieninhabern und Interessierten. Die Stadt Lüneburg hat im Sommer einen Pop-Up-Store Wettbewerb ausgeschrieben und eine Fläche für ein Jahr vergeben. Und als Wirtschaftsminister Peter Altmaier den Runden Tisch für die Zukunft des Einzelhandels hielt, saß etwas auch die City Werkstatt Nürnberg mit in der Runde.

 

Vor zwei Jahren begann man sich dort im Rahmen eines Zukunftskonzepts mit Pop-Up-Stores zu beschäftigen. Die Pandemie hat die Entwicklung beschleunigt, auch wenn Nürnberg kaum leerstehende Innenstadt-Flächen hat. Fünf Läden wurden seitdem zur Zwischen-Nutzung vermittelt, aus dem Wissen heraus, dass gemischte Nutzung die Innenstadt auf Dauer attraktiv hält, ein Konzept für ein Multistore-Shop wurde entwickelt und das Bayern fördert seit kurzem das Projekt.

 

Wir haben im Sommer einen Store in Bad Soden mit unserem M1 Regalsystem und M1 Rahmen möbliert. Der Aufbau ging ratzfatz und werkzeuglos in 10 Minuten vonstatten. Mehr im Video:

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