Das sind die Preisträgerinnen der VARIO DESIGN COMPETITION 2026

Reihe vorne von links nach rechts:

Lucas Nürnberger (2. Preis), Larissa Lück (1. Preis), Mia Isobel Kaye (3. Preis), nicht mit im Bild : Emilia Engert (3.Preis)

 

Reihe hinten von links nach rechts:

Michelle Weber (Public Voting Preis), Charles Kutschinski (Public Voting Preis) 


VARIO DESIGN COMPETITION 2026: Preisverleihung am 17. September 2026

Die Preisverleihung der VARIO DESIGN COMPETITION 2026 fand am 17. September 2026 im VARIO-Werk statt. Nach dem come together und der Begrüßungsrede des Geschäftsführers Matthias Kurreck hielt Prof. Klaus Michel die Laudatio und übergab den Preisträgerinnen die Urkunden und die Dokumentation der Wettbewerbsbeiträge.

 

> > Hier gibt es einige Impressionen der Preisverleihung zu sehen!

 

VARIO gratuliert herzlich!


Wer Interesse an allen eingereichten Beiträgen hat und mehr Hintergrundinfos möchte, kann sich hier eine Dokumentation des Wettbewerbs herunterladen:

 


1. Preis: RESTING CORNER / RE:PRIVATE von Larissa Lück

 

RE:PRIVATE ist kein Entwurf, der mit glänzenden Oberflächen oder spektakulären Formen protzt. Es ist ein Entwurf, der zuhört und eine einfache, aber radikale Frage stellt: Was brauchen Menschen, die alles verloren haben?

Und die Antwort, die hier gegeben wird, ist so klar wie berührend: Ein Stück Würde. Ein Stück Privatheit. Ein Stück Heimat – selbst unter fremdem Dach.

 

Aus einem ausgedienten Büroschrank ist etwas entstanden, das über schlichtes Möbeldesign hinausgeht. Der Entwurf ist ein Schutzraum im doppelten Sinne: Er schützt vor Blicken, vor Lärm, vor der Anonymität großer Notunterkünfte. Und er schützt etwas, das in solchen Situationen oft als Erstes verloren geht: das Gefühl, etwas Eigenes zu haben.

 

Was RE:PRIVATE wirklich besonders macht, ist seine Haltung: Es ist ein Projekt, das Nachhaltigkeit nicht als Feature, sondern als Prinzip versteht. Fast alle Bauteile des Originalschranks werden weiterverwendet – kein Material wird verschwendet, keine Ressource unnötig verbraucht. Und doch entsteht etwas völlig Neues: Aus „public waste“ wird „private space“. Das ist Design, das nicht nur Probleme löst, sondern menschliche Grundbedürfnisse ernst nimmt. In einer Zeit, in der wir oft über Technologie als Lösung für gesellschaftliche Herausforderungen sprechen, erinnert uns RE:PRIVATE daran, dass manchmal einfach ein gut durchdachter Raum schon ein großer Schritt sein kann – hin zu mehr Menschlichkeit.

 

Die Jury ist besonders beeindruckt von der Demut dieses Entwurfs – er will nicht im Rampenlicht stehen sondern mit Empathie Bedürftigen ein Stück Würde ermöglichen – und verleiht Larissa Lück den 1. Preis des Wettbewerbes.

(Preisgeld 2.000 €)

 


2. Preis: AGAIN von Lucas Nürnberger


Wenn man über Nachhaltigkeit spricht, hört man oft Sätze wie „Wir müssen umdenken“ oder „Ressourcen schonen“. AGAIN aber handelt. Dieses Projekt fragt nicht „Wie können wir weniger verschwenden?“ sondern „Wie können wir alles wiederverwenden – und zwar so, dass am Ende etwas Besseres entsteht?“ Und: „Was machen wir Übermorgen damit?“

 

Der Entwurf AGAIN bietet als Lösung einen Baukasten, der auf drei Säulen steht.

Wiederverwendung: 
Bestehende Büroschrankplatten werden gereinigt, konfektioniert und ohne Verschnitt in neue Formate überführt. So werden Ressourcen geschont und Materialkreisläufe geschlossen.

 

Werkzeuglose Verbindungen: 
Robuste Aluminium-Verbinder lassen sich ohne Werkzeug koppeln. Das Möbel passt sich flexibel an – vom Sideboard über das Regalsystem bis zum Raumteiler.

 

Zukunftsfähigkeit: 
Alle neu produzierten Komponenten bestehen aus vollständig recycelbarem Aluminium. Am Ende ihres Lebenszyklus lassen sie sich demontieren und sortenrein wiederverwerten.

 

Was AGAIN besonders macht, ist seine Bescheidenheit. Es ist kein Projekt, das mit aufregenden Formen oder aufwendigen Materialien prahlt. Die größte Innovation liegt oft in der Einfachheit und in der Fähigkeit, Bestehendes neu zu denken – und einem Produkt damit ein zweites, drittes, viertes Leben zu geben – again and again and again.

 

Die Jury ist von den Überlegungen zu werkzeuglosen Verbindungstechniken sowie vom Denken ans Übermorgen überzeugt und vergibt den 2. Preis des Wettbewerbs an Lucas Nürnberger.

(Preisgeld 1.500 €)


3. Preis/Sonderpreis Taunus Sparkasse: RE:VOLUME von EMILIA ENGERT + MIA ISOBEL KAYE


Manchmal entstehen die besten Ideen dort, wo man genau hinschaut – und erkennt, was fehlt. Die Digitalisierung hat den klassischen Aktenschrank überflüssig gemacht. Doch gleichzeitig ist ein neues Problem entstanden : Open Offices brauchen Rückzugsorte. RE:VOLUME nimmt diese Lücke zum Anlass für eine kluge Transformation.

 

Man könnte auch sagen: Zwei Schränke, eine Idee! Bei dem einen wird die Rückwand entfernt, beim anderen die Türen. Mit einem Dichtungsband verschraubt, verdoppelt sich das Volumen – und es entsteht ein geschützter Mikrokosmos mitten im Großraumbüro.

 

Doch RE:VOLUME überzeugt nicht nur durch seine Ökonomie der Mittel, durch seine Unaufgeregtheit. Es ist ein Projekt, das beweist: Innovation entsteht oft dort, wo man Bestehendes neu kombiniert – und dabei die Bedürfnisse der Nutzer:innen genau trifft.

 

Dass dieser Entwurf den dritten Platz belegt, ist kein Zufall. Es ist die Belohnung für ein Design, das pragmatisch, nachhaltig und nutzerzentriert ist.

 

Der Gedanke, dass sich gutes Design nicht immer neu erfinden muss hat die Jury überzeugt – manchmal reicht es, das Richtige neu zu kombinieren. Die Jury vergibt den 3. Platz mit dem Sonderpreis der Taunus Sparkasse an Emilia Engert und Mia Isobel Kaye.

(Preisgeld 1.000 €)

 


Public Voting Preis: EINLADUNG ZUR ORDNUNG von CHARLES KUTSCHINSKI + MICHELLE WEBER

Beschreibung des Entwurfs

Pro Kopf wandern 228 kg/Jahr Papier in den Müll (Quelle: NABU) – ein Rohstoff, der zu schnell weggeworfen wird. Das muss nicht sein! Mit wenigen Handgriffen kann jede Person, auch ohne Vorkenntnisse, die Umnutzung von Altpapier in Gang setzen. Ein nachhaltiger Umgang mit einem außergewöhnlichen Werkstoff, der bereits den ersten Lebenszyklus hinter sich hat.

 

Durch unkompliziertes Falten und mit dem Einfügen einer einfachen Aussteifung werden Papiere im Nu zu Schubkästen umgewandelt. Aus Kinderzeichnungen wird die Ablage für die dazugehörigen Mal-Utensilien. Die Skizzenblätter abgeschlossener Projekte schaffen Stauraum für neue Ideen. 

 

Beurteilung der Jury

Die Jury hat für sich den Entwurf als nahezu entmaterialisierten Produktansatz gewürdigt, der zum einen eine ernsthafte Lösung für ein bestehendes Problem bietet, auf den zweiten Blick aber auch einen intellektuellen und fast schon ironischen Hinweis darstellt.

 

Mit 207 Likes zum Stichtag konnte dieser Entwurf die meisten Herzchen bei Instagram einsammeln. Die Jury gratuliert Charles Kutschinski und Michelle Weber zur Wertschätzung der Netzgemeinde und vergibt dafür den Public Voting Preis.

(Preisgeld 500 €)


Ebenfalls auf der Shortlist der VARIO DESIGN COMPETITION 2026 waren:



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