Statement/Interview

Interview mit Christina Bitterlich und Jorrit de Louw

Das Colornetwork

Das COLORNETWORK ist ein Netzwerk namhafter Hersteller, die Farben zeitlos, ganzheitlich, in ihrer psychologischen Wirkung denken, aber auch in Hinsicht ihres Zukunftspotentials durch Kombination mit anderen Farben und Materialien. Seit kurzem gehören wir zum COLORNETWORK

Acht Sustained Colors wurde bisher entwickelt, jährlich kommt eine neue Farbe dazu. Die Partner-Hersteller bieten Produkte und Materialien in diesen Farben und damit in Farbverbund an. Mehr von Jorrit de Louw vom COLORNETWORK und von VARIO-Mitarbeiterin Christina Bitterlich.
 

Jorrit, Du bist Projektleiter beim COLORNETWORK. Kurz skizziert: Was ist das COLORNETWORK?
Jorrit de Louw: Wir sind einerseits eine Onlineplattform gleichzeitig aber auch ein aktives Firmennetzwerk von namhaften Herstellern. Wir bringen jedes Jahr eine Farbe heraus, eine sogenannte Sustained Color worauf die beteiligten Hersteller ihre Produkte und Materialien genau abstimmen. Hierdurch ist es zum ersten Mal möglich, einen echten Farbverbund, bestehend aus verschiedensten Materialien, den Planern anzubieten, gebündelt auf www.colornetwork.org

Das heißt, wenn eine Farbe zur Sustained Color ernannt wurde, dann bleibt sie auch im Programm und es baut sich über die Zeit eine Farbpalette auf?
Jorrit de Louw: Genau, unser Ansatz ist nicht kurzfristig gedacht, sondern wir entwickeln neue Farben unter dem Aspekt der Langlebigkeit und der guten Kombinierbarkeit mit anderen Materialien wie Holz, Stein und Metall, die man bei jeder Planung benötigt. Die Erschaffung einer Sustained Color entsteht in enger Zusammenarbeit mit einem Expertengremium, das aus hochkarätigen Designern, Innenarchitekten, Produktdesignern, Trendexperten und Psychologen besteht. Es geht hier auch um die Erschaffung einer Farbe, denn wir schauen nicht auf bestehende Farbsysteme, sondern kreieren eine neue, von der wir meinen, dass sie nicht nur das nächste Jahr, sondern Jahrzehnte überdauert.

Wer gehört zum Netzwerk?
Jorrit de Louw: Wir haben unterschiedlichste Hersteller im Netzwerk, von Fußbodenhersteller zur Wandfarbe über Tapete, Teppiche, Leuchtenhersteller, Holz- und Oberflächenhersteller, Möbelhersteller und viele mehr! Und wir wachsen weiter, weil es für die Hersteller als auch für deren Zielgruppen Sinn macht auf die richtigen Farben zu setzen und im Farbverbund anzubieten. Mit Egger oder Pfleiderer, Linak und Lehmann gehören auch Zulieferer von VARIO dazu zum Beispiel. Noch haben wir mehr Materialhersteller als Produkthersteller als Partner. Das hat seine guten Gründe: Initiator ist die Firma TRENDFILTER, die seit über 25 Jahren auf Materialien und Oberflächen spezialisiert sind. Wir arbeiten seit langer Zeit erfolgreich mit vielen Zulieferern der Möbelbranche. Und wir sind stolz, dass wir jetzt Euch als Büromöbelhersteller gewinnen konnten, liebe Christina. Wir haben Produkte wie die Höhenverstellung oder Schlösser für Container im Netzwerk. Systeme, die ihr bei VARIO schon einsetzt. Aber jetzt kann man nicht nur ein Bauteil, sondern ein ganzes System im Farbverbund anbieten. Wir können die unterschiedlichen Hersteller zusammenbringen auf eine Farbe im Jahr. Wir haben zum Beispiel auch Arbonia Doors im Netzwerk, ein wichtiger Innentürhersteller, und das ist natürlich spannend, wenn man die Tür im Verbund hat, die Tapete bzw. die Wandfarbe passend dazu, den Fußboden, Fußleiste, jetzt auch Büromöbel. Das macht das Konzept noch kräftiger.

Christina, VARIO hat 2024 vier eigene Trendfarben aufgenommen. Inwiefern ist es konsequent, jetzt auch dem COLORNETWORK beizutreten?
Christina Bitterlich: Ich bin durch Linak aufs COLORNETWORK gestoßen. Und was Jorrit sagt, ist auch für uns ausschlaggebend. Mit Egger, Pfleiderer, Linak und Lehmann lassen sich im Verbund Produkte stimmig ausstatten, und wir können auch Architekten und Planer ins Boot holen. Die Möglichkeit, dem COLORNETWORK beizutreten ergab sich, nachdem wir die Trendfarben ausgerufen haben, und es kam uns wie gerufen. Diese Langlebigkeit ist im Sinne einer Nachhaltigkeit wichtig auch für uns. Mit den Sustained Colors wollen wir bei uns nochmal ein besonderes Augenmerk auf besondere Produkte legen.
 

(Die jüngste Sustained Color des Colornetwork: das warme Weiß "live simple!")

Gibt es Planungen für Produkte, die mit der Sustained Color No. 8 live simple!, also die Farbe aus diesem Jahr, aufgelegt werden?
Christina Bitterlich: Im Moment ist alles noch frisch und wir fangen gerade erst an. Aber wir überlegen, den Tisch CHANGE mit der Farbe auszustatten. Wir suchen derzeit sowieso nach einem neuen Lieferanten für die Tischsäulen. CHANGE sticht als Designprodukt hervor mit seinen Features und seiner Form. Wir schauen, was man mit der Farbe machen kann.

Spielt es in die Hände, dass die neuste Sustained Color ein Weißton ist? Weiß hat in der Büroplanung eine bleibend wichtige Rolle.
Christina Bitterlich: Auf jeden Fall. Und dieses Weiß ist ja kein so steriles Weiß, sondern gefälliger. Der Vergleich zum Muschelton passt gut, denn es ist ein warmes, weiches Weiß, wirklich sehr angenehm. Man fühlt sich wohl mit dieser Farbe, das gefällt uns. Wobei ich sagen muss, dass die vorherige Farbe, come closer!, auch besonders ist, ein Hautton. Aber rosa ist es eigentlich auch nicht, man kann es gar nicht richtig sagen. Die Farbe ließe sich auch gut kombinieren mit den Holzfarben und Oberflächen, die wir im Programm haben.

Wer entwickelt und entscheidet über die jährlich neu hinzukommende Sustained Color?
Jorrit de Louw: Das Expertengremium wechselt bei jeder Sustained Color. Für die aktuelle Farbe war im Gremium die Firma MIELE, die Farbexpertin Alina Schartner aus Wien, Prof. Timo Rieke von der HAWK in Hildesheim. Dazu immer Katrin de Louw, meine Frau, als Konstante. Die nächste Farbe holen wir aus Italien und arbeiten da zusammen mit einem weltberühmten Architekturbüro. Denn das Thema nachhaltige Farbe trifft einen Nerv und auch die ganz großen Büros sagen immer ja, wenn wir unser Credo ausrollen. Häufig auch aus dem Bedürfnis, eine Farbe zu entwickeln, die sie in ihren Projekten selbst einsetzen können, für die sie alleine aber auch nicht die Kraft haben, etwa einen Schichtstoff zu entwickeln, so groß und bekannt sie auch sind. Aus dieser Idee ist das Netzwerk entstanden. Katrin de Louw ist gelernte Innenarchitektin und hat sich immer geärgert, dass man bei jedem Projekt nach verschiedenen Materialien von ganz verschiedenen Herstellern schaut und es am Ende doch nicht zusammenpasst, weil die Firmen die Köpfe nicht zusammenstecken. Im COLORNETWORK hat jeder Partner natürlich nach wie vor seine eigene Kollektion, aber parallel Produkte in Farbverbund zu haben bedeutet, dass es die Planer deutlich leichter haben. Wir sagen immer gerne: finden statt suchen!
 

(Im Bild die Sustained Color No. 7: "come closer!")

Welche Aktivitäten organisiert das Netzwerk noch? Wie kommt man zusammen?
Jorrit de Louw: Zurzeit haben wir Partner aus sieben verschiedenen europäischen Ländern, von Start-ups über Mittelstand bis zu Weltkonzernen. Wir organisieren mehrere Onlinemeetings wo wir uns austauschen und einmal im Jahr treffen wir uns auch physisch hier in Bünde. Es geht auch um gemeinsame Marketing- und Vertriebsthemen, den Austausch und die Vernetzung innerhalb des Netzwerkes. Individuell gibt es viele Möglichkeiten, wie man das Thema für sein Unternehmen bzw. mit Partnerunternehmen aus dem Netzwerk nach vorne bringt. Und: Jedes Jahr bringen wir eine Musterbox zu einer Sustained Color heraus die neben Echtmuster auch die Colorstory beinhaltet, sprich die Seele dieser Farbe beschreibt. Dies ist im Vertrieb und der Beratung ein wichtiges Instrument, um das Konzept authentisch zu präsentieren.

Christina Bitterlich ist langjährige Mitarbeiterin bei VARIO und Team-Leiterin im Einkauf
Jorrit de Louw ist Projektleiter beim COLORNETWORK, einer Marke vom TRENDFILTER

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