Material/Technologie

von Simone Kaempf Fotos Eva Jünger (2), Universität Stuttgart (3)

Teures Holz

Ein warmer Werkstoff, nachwachsend, vielseitig, klimafreundlich einsetzbar. Holz boomt. Der Holzpreis hat kräftig angezogen. Als Alternative zu Beton gewinnt Holz dennoch an Bedeutung.

"Holz kommt dem menschlichen Maß deutlich näher als jede senkrechte, durchgehende Wand aus Beton. Holz ist als Baustoff längst nicht ausgereizt“, sagt der japanische Holzbau-Architekt Kengo Kuma über den Stoff, der derzeit boomt, nicht nur in seinen besonderen Holz-Bauten. Weltweit, vor allem in Amerika und China ist die Nachfrage so rasant gestiegen, dass sich etwa der Börsenkurs für Schnittholz in den USA wie bei Tesla entwickelt hat: plus 275 Prozent binnen des vergangenen Jahres.

Holz ist jedoch nicht knapp, nicht in Europa. Die Trockenheit in den Jahren 2018 und 2019 hat in Deutschland viele Bäume so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie gefällt wurden. Die Menge des Rohholzes stieg im vergangenen Jahr von 69 Millionen auf mehr als 80 Millionen Kubikmeter, gut die Hälfte davon Schadholz. Diese Zahlen meldete jedenfalls das Statistische Bundesamt im Mai diesen Jahres, als die Nachricht vom heißlaufenden Holzmarkt die Runde machte. Durch die hohe Nachfrage weltweit stieg der deutsche Export um 43 Prozent. Große Teile des unverarbeiteten Rohholzes gehen nach China, immer größere Mengen Bauholz nach Amerika, wo der Anteil der Holzbauhäuser hoch ist. Auch die immensen kalifornischen Waldbrände sind ein Grund für die gestiegene Importnachfrage. Plötzlich wurde Holz auch in Deutschland knapp und teuer.

Formbares Holz
Holz ist in der Architektur immer vielseitiger einsetzbar, weil es sich durch neue Verfahren biegen und formen lässt. Forscher der Empa/ETH Zürich und der Universität Stuttgart haben zum Beispiel ein Verfahren entwickelt, mit dem sich flache Holzplatten ohne Druck dauerhaft und kontrolliert biegen lassen. Das Verfahren nutzt, dass nasses Holz beim Trocknen quer zur Faserrichtung stärker schrumpft als längs, so lässt sich Holz gezielt krümmen und biegen lässt. Im Gegensatz zu bisherigen aufwendigen und energieintensiven mechanischen Umformprozessen, die schwere Maschinen erfordern, verformt sich das Holz quasi wie von selbst, der Prozess ist damit energie-sparender und umweltfreundlicher. Der Urbachturm im Remstal entstand während der Forschungsarbeiten im Rahmen der Gartenschau 2018 und ist der runde Holz-Bau, der das Verfahren nutzte.

Mehr:
www.itke.uni-stuttgart.de
"Turm im Tanzkleid", Süddeutsche Zeitung vom 24. Juli 2020
 


C02-arm

Die Herstellung von Zement, und damit von Beton, frisst ungeheuer viel Energie und verursacht viel schädliches Treibhausgas. Trotz der derzeit hohem Preise gewinnt Holz derzeit als klimafreundlicher Baustoff an Bedeutung. Die Initiative Bauhaus der Erde, mitgegründet von dem Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber, langjähriger Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, setzt sich für Innovationen in der Baubranche ein. Organische Baumaterialien wir Holz oder Bambus statt Stahlbeton würden erhebliche Mengen an klimaschädlichen Emissionen vermeiden, laut Berechnungen der Initiative kompensiert ein Einfamilienhaus aus Massivholz allein schon den CO2-Ausstoß von 100 Hin-und Rückflügen zwischen Berlin und New York.

Fichte ist derzeit das weit verbreitetste Bauholz, durch das wärmere Klima wird es aber in den nächsten Jahrzehnten weniger Nadelhölzer und mehr Laubbäume in den Wäldern geben, Buche zum Beispiel. Sie ist tragfähig, elastisch und sehr zäh auch bei Trockenheit, reagiert aber auch stark auf Feuchtigkeitsänderungen.


Möbel- und Büromöbel-Herstellung
Wir verwenden als Materialien, wie es üblich ist, Spanplatte und MDF. Alle Plattenwerkstoffe beziehen wir aus zertifizierten Betrieb in der Mitte Europas, hauptsächlich Tirol, die die Emissionsklasse E1 erfüllen. Span-und MDF-Platten werden aus Resten der holzverarbeitenden Industrie hergestellt, auch Äste, Späne und Altholz können verwendet werden. Durch langfristig vereinbarte Verträge sind wir im Gegensatz zur Baubranche gut versorgt und geschützt.

 

Unsere Firmengeschichte reicht ins Jahr 1872 zurück als der Gründer Wilheim Dichmann in Kelkheim am Taunus eine Sägemühle erwarb und sich zum Spezialisten für hochwertige Furniere entwickelte. Das Furnierwerk wurde in den 1980er Jahren geschlossen, weil sich Nachfrage und Materialeinsatz verändert haben.

 

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