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Neues vom Grün

Monstera, Ficus, Gummibaum - klassische Topfplanzen boomen. Der Trend, Büroetagen in grüne Landschaften zu verwandeln, hält an. Die Natur hat in der Pandemie überhaupt gewonnen, und auch Architekten zeigen sich angesichts sommerlicher Hitzeperioden besorgt über die Bäume in der Stadt. Ein kleines Update in Sachen grün.

Nicht kaufen, sondern Pflanzen mieten, das ist die Idee des Start-up Plantclub, das Begrünungen in verschiedenen Kategorien anbietet: Greenhouse, Woodland, Jungle. In der monatlichen Miete ist ein Pflanzen-Service alle zwei Wochen vor Ort enthalten. "Unsere Pflanzenexperten kümmern sich vollumfänglich um alle Pflanzen, die wir vermieten", heißt es auf Nachfrage, "Gießen, Zurückschneiden, Düngen und Umtopfen. Darüber hinaus stellen wir Pflanzen auch um oder tauschen sie aus, wenn sie nicht so gesund aussehen". Aktuell arbeitet Plantclub in Berlin, Hamburg, Wien und will weiter expandieren. Gegründet Anfang 2020 hat die Pandemie auch bei Plantclub das Konzept von Büro hin zum Home Office erweitert. Wer bei Plantclub Kunde ist, für den wird ein Firmen-personalisierter Online Shop eingerichtet, in dem Mitarbeiter vergünstigte Pflanzen für zuhause oder fürs Home office bestellen können. Mindestmietzeit ist drei Monate bei monatlicher Kündigungsfrist. www.plantclub.io
 

 

Die gesundheits- und erstaunlich leistungsfördernde Wirkung von Pflanzen im Büro wurde 2014 in einer Langzeitstudie erforscht. Zwei Werbeagenturen in Großbritannien und den Niederlanden nahmen teil. Am Ende kam heraus, dass Mitarbeiter mit Pflanzen im Büro bessere Arbeitsergebnisse erzielten und zufriedener waren. Das gesteigerte Wohlbefinden hat jedoch nichts mit besserer Luftqualität zu tun, auch wenn sich der Mythos hält. 2019 ermittelten Forscher in Philadelphia, dass Pflanzen in geschlossenen Räumen zwar Toxine aus der Luft filtern, aber viel zu langsam. In einem 50 Quadratmeter großen Raum bräuchte man einen ganzen Wald, 5000 Pflanzen. Aber Lüften ist ja derzeit eh unersetzlich.
"Lieber lüften: Zimmerpflanzen doch kein Wundermittel", Zeit online vom 8. November 2019

 

 

Bäume leisten dagegen viel. Bäume gehören angesichts der Klimaerwärmung im Allgemeinen und des Städtebaus im Besonderen zu den wichtigsten Protagonisten. "Durch die Städte müssen sich Alleen ziehen wie Nervensysteme", sagt der Schweizer Landschaftsarchitekt Enzo Enea, der für mehr Bäume und mehr Parks für soziales Leben draußen plädiert. Die verdichteten Böden in den Städten seien ein Problem, weil kein Grundwasser einsickere. Die Bäume verdursten, und wenn kein Grundwasser verdunstet, werden die Städte immer weniger gekühlt. Enea zieht mittlerweile seine Bäume in einer eigenen Baumschule in der Schweiz, beschäftigt einen Tree Scout, der für die geplanten Gärten nach den idealen Bäumen sucht und plädiert dafür, alte Bäume zu erhalten. Denn Menschen schätzen Laubbäume mehr als Nadelbäume, Bäume mit großer Krone, also alte, mehr als säulenförmige. Was sinnvoll ist, denn eine 100 Jahre alte Eiche erzeugt soviel Sauerstoff wie 200 junge Bäume.

"Enzo Enea: Der Baum-Meister im Interview", AD Magazin vom 17. März 2021

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