Grundlagen/Wissen

Fotos Guallart Architects

Nachhaltige Städte, Bio-Cities

Die wenigsten Städte sind für Krisenzeiten und die Folgen des Klimawandels gut gerüstet. Aber Konzepte gibt es. Es tut sich viel, mancherorts schneller. Kopenhagen etwa will bereits 2025 klimaneutral sein. Wie sieht die Stadt der Zukunft aus?

Dokumentation "Unterwegs nach Utopia"
In dem Dokumentarfilm von Frank Eggers kommen Menschen zu Wort, die sich eine andere Stadt wünschen und selbst mit Projekten am Wandel mitwirken: darunter der Architekt Vicente Guallart, ehemaliger Chefstadtplaner von Barcelona, der Berliner Architekt Arno Brandlhuber und seine Mitstreiterin Charlotte Malterre-Barthes, die Braunschweiger Architektin und Professorin Tatjana Schneider, der dänische Architekt Jan Gehl, der die Modernisierung von Kopenhagen entscheidend in Hinblick auf die Lebensqualität und kurze Wege geprägt hat.

"Unterwegs nach Utopia" geht Ideen nach, die es für klimaneutrale und gerechter aufgeteilte Städte bereits gibt. Vicente Guallart etwa plant derzeit eine Bio-City, 80 Kilometer südlich von Peking, die klimaneutral gedacht ist, indem sie Landwirtschaft, Gemüseanbau und Energiegewinnung integriert. Die Ideen stammen aus dem ersten Lockdown mit dem Ziel, eine regionale Selbstversorgung zu sichern: mit Gewächshäusern, aber auch Co-Working Spaces, in denen 3D-Drucker kollektiv zur Verfügung stehen. Und Guallart argumentiert dafür, in den Städten nicht nur CO2 zu reduzieren, sondern auch zu absorbieren. Der Film erörtert aber auch, woran die Umsetzung mancherorts scheitert, obwohl inzwischen alle wissen, dass die Bauwirtschaft einen beachtlichen Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß hat.

"Unterwegs nach Utopia", 3sat-Mediathek, online bis 2026
 


Klimaneutrale Wärmeversorgung
Falschparken kostet in Oslo satte 100 Euro, zumindest für PKWs mit Verbrennungsmotoren. Für e-Autos gelten viel niedrigere Tarife. Die großen skandinavischen Städte machen mehr Tempo bei der Umwandlung. Aber nicht nur Citybikes, vegane Restaurants, Zero Waste Konzepte gibt es reichlich, sondern auch Wettbewerbe für alternative Wärmeversorgung, derzeit in einem Land wie Finnland ein Klimakiller. 2029 sollen die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Deswegen wurde der Helsinki Energy Challenge ausgeschrieben und vier Gewinnervorschläge gekürt. Einer der Vorschläge wäre gleich ein neues Sightseeingobjekt: Bei Helsinki’s Hot Heart soll vor der Küste der Stadt in zehn Zylindern heißes Meerwasser gespeichert werden, auf vier davon würden aufblasbare Dächer die Wasser-Zylinder zu bewachsenen, tropischen Inseln machen.
Mehr darüber: "Alles auf Null", Süddeutsche Zeitung vom 15. September 2021

Vernetzung der Kleinstädte
Was helfen klimaneutrale Klimastädte, wenn die Mega-Metropolen ungebremst wachsen, könnte man sich fragen. Aber die Kleinstädte und Kommunen liefern vorbildliche Beispiele. Eltville wurde jüngst als Deutschlands nachhaltigste Kleinstadt 2020 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 gewürdigt, beteiligt sich an einem Projekt zu Klimaanpassungsmaßnahmen im Weinbau, auto- und barrierefreiem Rheinufer, Ausbau von Fuß- und Fahrradwegen und weiteren Maßnahmen für mehr lokale Lebensqualität. Der Film "Unterwegs nach Utopia" zeigt ein Neubauviertel in Esslingen, das grünen Wasserstoff produziert. Initiativen wie Klimapositivestadt.de fördern Austausch unter den kleineren Städten und Kommunen.
 

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