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Unzufrieden mit der Gestaltung ihres Arbeitsplatzes sind nur wenige Arbeitnehmer: Sieben Prozent laut der Studie des Coworking-Anbieters Mindspace. Aber richtig zufrieden zeigt man sich auch nicht. Und 14 Prozent der Befragten gaben an, schon mal eine Stelle abgelehnt zu haben, weil sie mit der Gestaltung des Büros nicht einverstanden waren.

1000 Arbeitnehmer in fünf Altersklassen wurden in der im Sommer veröffentlichten Studie befragt, für die Mindspace den Marktforscher OnePoll beauftragt hat. Die Hälfte gab an, in einer "angenehmen Arbeitsumgebung" tätig zu sein, wobei aber nur 19 Prozent fanden, dass diese im Sinne der Mitarbeiter entworfen sei. Knapp 18 Prozent nannten ihren Arbeitsplatz "nicht inspirierend und langweilig". Dass Unzufriedenheit mit dem Arbeitsplatz bis zur Kündigung führen kann, scheint auf die nachwachsenden jüngeren Arbeitnehmer zuzutreffen: In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen haben demnach 19,5 Prozent schon einmal eine Stelle wegen des schlechten Bürodesigns nicht angenommen, bei den 35- bis 44-Jährigen 15 Prozent. Von den Befragten zwischen 25 und 34 Jahren haben zudem schon fast zwölf Prozent deshalb gekündigt.

 

Was die Ausstattung betrifft sind neue Bürostühle für 14 Prozent ein wichtiges Thema, mehrere Bildschirme wünschen sich nur die 18- bis 24-Jährigen in größerer Zahl (13 Prozent). Aber fast ein Viertel klagt über Ablenkung durch schlechte Bürotechnik. Von den Millennials sind es sogar 29 Prozent, bei den über 55-Jährigen nur 16 Prozent. Jeder Dritte hält den Einbau einer Klimaanlage für eine Verbesserung, je 12,7 Prozent der Befragten wünschen sich mehr natürliches Licht oder zumindest bessere Beleuchtung. Jeder Zehnte hätte gern Pflanzen im Büro.

 

95 Prozent der Befragten sitzen an einem festen Arbeitsplatz. Die anderen 5 Prozent haben einen Hotdesk, den mehrere Mitarbeiter nach Bedarf nutzen. Immerhin geben 61 Prozent an, dass die Büroumgebung ihnen flexibles Arbeiten angepasst ans Privatleben und Versorgung der Kinder ermögliche. 37 Prozent haben schon von zuhause gearbeitet, 9,4 Prozent von einem Coworking-Arbeitsplatz, knapp vier Prozent in Cafés. 58,5 Prozent gaben an, bisher nichts davon genutzt zu haben. 31 Prozent haben einen Laptop, mit dem sie überall arbeiten können. Jeder Fünfte verneinte aber solche Möglichkeiten. Insgesamt ist die Büroausstattung also ein wichtiger Faktor für Beschäftigte – bleibt aber zurück hinter Faktoren wie Gehalt und Zusatzleistungen (78 Prozent) oder Karrieremöglichkeiten (23 Prozent) zurück. Auf das Gehalt fokussieren eher die 35- bis 54-Jährigen, die zu 80 Prozent darauf zuerst achten. Bei den Millennials sind es nur 35 Prozent. Bei den Jüngeren ist auch der Standort (22,5 Prozent) wichtiger als bei den Älteren. Andererseits gab aber auch jeder Sechste der 18- bis 34-Jährigen (14 Prozent) an, er fühle sich durch die Arbeitsumgebung gestresst.

 

www.mindspace.me
www.onepoll.com
"Immer mehr Arbeitnehmer kündigen, weil ihnen das Büro nicht gefällt", Wirtschaftswoche vom 7. Juni 2018

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