Grundlagen/Wissen

Fotos Aida Cruises, Re:publica, Leap in Time, Tom Greiner

Nett, smart und hilfsbereit

Wenn es derzeit um Digitalisierung oder neue Roboter-Entwicklung geht, taucht garantiert sein Gesicht auf: Pepper. 120 cm groß, 28 Kilogramm, große Kulleraugen, emotionale Fähigkeiten. Pepper ist derzeit der Inbegriff des Robotors mit menschlichen Antlitz. Und er wird im Alltag immer präsenter.

Die französische Bahngesellschaft SNCF setzt den humanoiden Plastik-Roboter seit einigen Monaten auf Bahnhöfen ein, um Fahrplanauskünfte zu erteilen. Auf dem Kreuzfahrtschiff Aida Prima ist Pepper seit Mai 2016 im Einsatz, und jüngst bewegte sich ein Exemplar frei auf dem Gelände der Berliner Digitalmesse re:publica.

Pepper wird immer präsenter. Er misst 120 Zentimeter, wiegt 28 Kilogramm. 19 Sensoren, 20 Motoren, vier Mikrofone, zwei Kameras und ein Wlan-Chip stecken in ihm. Das Wichtigste aber ist seine Software. Denn Pepper soll auch Emotionen zeigen können. Entwickelt wurde er von Aldebaran Robotics, einer französische Firma, die vor vier Jahren von dem japanischen Medienkonzern Softbank übernommen wurde. In Japan hat Softbank bisher 10 000 Stück an Privatleute verkauft, Stand Anfang dieses Jahres.

Langfristig schätzt Aldebaran das Potenzial von Pepper-Käufern auf Millionen ein. Der Einsatz an Empfangsorten und als Auskunftsmöglichkeit sei nur der Anfang. Wann es soweit ist, gilt jedoch als unklar, denn die Emotions-Software bleibt noch abgeschaltet. Problem: Sie funktioniert nicht zuverlässig genug.

Humanoide Roboter gibt es auch von anderen japanischen Firmen. Pepper gilt als der niedliche, liebe Kleine. Die Motorik ist programmiert, Gefühle zu zeigen, zum Beispiel auch eigenständig Menschen zu umarmen - wenn sie denn läuft. Dass er derzeit als Empfangs- und Auskunfts-Roboter genutzt wird, kritisieren Fachleute, weil er damit nicht mehr als die Funktion eines animierten Tablets übernimmt und Spielerei bleibt.

Befürworter sagen, Pepper sei nur die Vorhut, unabhängig wie gut oder schlecht das emotionale Programm funktioniert, und bald würde man günstige humanoide Roboter als Gefährten akzeptieren wie heute das Smartphone. Die Praxis spricht dafür. Aida Cruises zum Beispiel erklärt auf Nachfrage über die Erfahrungen mit Pepper an Board, dass mit am beliebtesten die Spiele-Programme seien: das Selfie Programm mit Posen von Superman oder die Smile- und Memory-Spiele. Vor allem Kinder würden schnell zutraulich und ihn als niedlich akzeptieren.


Bericht in der Frankfurter Rundschau vom 8. März 2017: An französischen Bahnhöfen werden Reisende von Roboter "Pepper" empfangen.
Wikipedia: Pepper-Eintrag

 

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