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Open Space Forschungsprojekt "Prägewelt"

Alle reden von Open Space. Was ist davon nur Konzept, was wird wirklich umgesetzt, gelebt und was bedeutet das in der Praxis für die, die darin arbeiten? Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt "Prägewelt" nach - Präventionsorientierte Gestaltung neuer Arbeitswelten. Wie sich Open Space auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirkt, soll ein zentrales Forschungsfeld sein.

Geleitet wird "Prägewelt" vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF) in München und der Arbeitsgruppe Wirtschaftspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Freiburg. Ziel ist es, Ansätze für eine gesundheitsförderliche Gestaltung von Open-Space-Büroarbeitswelten zu entwickeln.

 

Bisher liegen dazu nur wenig gesicherte Erkenntnisse vor, und diese spielen bei der praktischen Umsetzung bislang kaum eine Rolle, heißt es. Erfassen will man die räumlichen, arbeitsorganisatorischen, sozialen und gesundheitlichen Dimensionen. Intensivfallstudien sollen Erkenntnisse bringen, was Open Space für die Beschäftigten und ihre Arbeits‐ und Lebenswirklichkeit in der Praxis bedeutet.

 

Im ersten Schritt haben die Sozialwissenschaftler bereits eine Trendanalyse vorgelegt, die auf 18 Betriebsfallstudien, überbetrieblichen Workshops und einer Online‐Befragung beruht.

 

Die Analyse fasst den Stand der derzeitigen Entwicklung gut zusammen. So heißt es darin etwa, dass die Erwartungen und Erfahrungen der Beschäftigten an Open Spaces vielfältig seien, im Guten wie im Schlechten: "Das neue Büro wird als transparenter und moderner empfunden, aber auch als belastend: laut, konzentrationsstörend, ohne Rückzugsmöglichkeit. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass man sich mit dem neuen Konzept arrangiert – aber dass sowohl manche positiven als auch manche negativen Erwartungen sich, in abgeschwächter Form, bestätigen. Kurz: Open Space hat Vorteile und Nachteile, die sich nicht bloß darauf zurückführen lassen, dass diese räumliche und organisatorische Form noch ungewohnt ist."

 

Wie die Umsetzung von Open Spaces am ehesten erfolgreich verläuft, beschreiben die Wissenschaftler wie folgt: "Zu den Erfolgsfaktoren zählen: Auch die Vorgesetzten machen mit (konsequente, glaubwürdige Haltung); Mitarbeitende und Führungskräfte werden in die Gestaltung einbezogen (Beteiligung); ein interdisziplinäres Projektteam verschafft sich die notwendige Expertise, so dass das Unternehmen weiß, was es tut (Kompetenz); und dieses Projektteam übernimmt die Steuerung des Prozesses und probiert das neue Konzept erst einmal in Pilotbereichen aus." Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm "Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen" gefördert, ist auf drei Jahre angelegt und läuft bis Ende April 2019.

www.praegewelt.de
Ergebnisse der ersten Trendanalyse des Projekts "Prägewelt"

 

 

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