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Ohne Onlineshop geht's nicht mehr

Der Möbelmarkt wächst seit 2013, und die Unternehmensberatung KPMG hat in der Studie "Auf Zukunft eingerichtet" untersucht, wie sich die Branche weiter entwickeln wird, wie sich die Wünsche der Käufer verändern und resümiert vor allem, wie bedeutsam Onlinehandel und -präsenz bei Home&Interior geworden sind.

Vier Fragen ist die Studie nachgegangen: Wie haben sich der Möbelmarkt und die einzelnen Segmente entwickelt? Wie hat sich die Distribution in den vergangenen Jahren verändert? Welche Trends sehen Händler und Hersteller und welche Entwicklungen lassen sich ableiten? Und welche Schlüsse lassen auch aus den gewonnenen Erkenntnissen ziehen? Ein dreistufiger Ansatz wurde für die Studie gewählt: aus der Sicht des Marktes, der Unternehmen und der Hersteller. Auf Basis der Marktanalyse wurden dann im vergangenen Sommer knapp 1000 Konsumenten befragt.

 

Ergebnis: Bedeutung des Onlinehandels
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 42,27 Millionen Euro umgesetzt, davon entfallen 48,2 Prozent auf Möbel und 51,8 Prozent auf Wohnaccessoires. Wichtigster Vertriebsweg ist und bleibt der stationäre Möbelhandel, auch wenn die Umsätze im Schnitt nur um 0,6 Prozent gestiegen seien und neue Internethändler immensen Druck ausüben. Mit durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten von 31 Prozent, aber abflachenden Jahresänderungsraten sind sie die große ernstzunehmende Konkurrenz, "die den stationären Möbelhandel immer mehr kannibalisieren dürfte", so die Studie.

 

Das Ergebnis der Befragung von 1000 Konsumenten unterstreicht die zunehmende Bedeutung digitaler Kanäle. Onlinequellen werden immer mehr zur Inspiration und zur Informationsrecherche aufgesucht. Onlineshops etablieren sich als Einkaufstätte. Jeder zweite Konsument ohne Online-Erfahrung kann sich zukünftige Einkäufe auf diesem Weg vorstellen. In der Regel ist der Wunsch nach Inspiration das Ziel des Besuchs eines Möbelhauses (bei 79 Prozent) oder eines Onlineshops (73 Prozent). Online- und stationäre Möbelhandel: aus Konsumentensicht hat beides Vor- und Nachteile.

 

"Rein stationäre Konzepte müssen sich wandeln und neuen Anforderungen der immer Smartphone- und Mobile-affineren Konsumenten stellen", so die Studie, die bei der Befragung ein Augenmerk auf die Smart Consumers gelegt hat. Von denen suchen deutlich weniger die Möbelhäuser auf, sondern gehen stattdessen bei Onlineportalen auf Recherche, heißt es. Und sie geben an, deutlich häufiger auch spontan ihre Möbel zu kaufen, bei Kleinmöbeln sind es 47 Prozent, bei Wohnaccessoires 67 Prozent, bei großen Möbelstücken 18 Prozent. Bei den ersten beiden ist das Preisbewusstsein ausgeprägt und Preisvergleichsseiten werden häufiger besucht. Bei großen und teureren Möbelstücken steigt das Qualitätsbewusstsein, und es wird Wert auf recherchierbare und verständliche Informationen gelegt.

 

Ein weiteres Ergebnis ist auch die wachsende Bedeutung von Multi-Channel-Konzepten, also etwa der Möglichkeit, Online-Bestellungen kostenfrei in eine Filiale liefern zu lassen. Im Fazit der Studie heißt es: "Im Vergleich der Einkaufsmöglichkeiten schneiden Multi-Channel-Konzepte bei den Befragten am besten ab. Sie werden nicht nur als fortschrittlicher und moderner, sondern als kundenorientierter und inspirierender eingeschätzt. Rein stationäre Konzepte erhalten die schlechteste Bewertung. Große Möbelhäuser sind unabhängig von der Produktkategorie erste Anlaufstelle für einen Einkauf: Jeder vierte Konsument ersteht große Möbelstücke (fast) immer dort. Doch auch Onlineshops gewinnen beim Möbelkauf an Bedeutung - ursprünglich überwiegend von den Web-affinen Smart Consumers geschätzt, sind sie heute bei allen Käufergruppen im Bewusstsein angekommen."

Zur kompletten Studie auf der KPMG-Website geht's hier.

 

 

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