Grundlagen/Wissen

von Melina Hau Fotos Untersuchung im Lichtlabor: Studentin Tanja Scheffler und Prof. Joachim Müller, by Sascha Schneider

Nachhaltigkeit umsetzen

Intelligente, energieeffiziente Gebäude mit hoher Lebensdauer müssen anpassbar sein an heiße Sommer, kalte Winter, räumlich wandelbar unter Verwendung nachhaltiger Materialien. Wissen, das der Studiengang Energie Effizienz Design E2D der Hochschule Augsburg vermittelt. Denn ein automatischer Sonnenschutz allein reicht bei der Gebäude- und Büroplanung heute nicht mehr aus.

Der Global Innovation Index 2018 sieht Deutschland im weltweiten Vergleich auf Platz 9, beim Thema Nachhaltigkeit lediglich auf Platz 13. Es gibt also noch Optimierungsbedarf und die Ideen hierfür kommen zum Beispiel von der Hochschule Augsburg. E2D, was klingt wie eine Figur aus Star Wars, ist ein junger, innovativer Studiengang. Vollständig heißt er Energie Effizienz Design und umfasst sowohl einen Bachelorstudiengang, als auch einen Master. Das Ziel beider Studiengänge ist eine im höchsten Maße integrale, umweltschonende und energiebewusste Gebäude- und Stadtplanung über den ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes und Studenten auszubilden, die durch ihre vielseitige Qualifizierung der Zukunft der Baubranche nicht nur gewachsen sind, sondern sie aktiv mitgestalten.

 

Studienbeschreibung
Das Bachelorstudium "Energieeffizientes Bauen und Planen" dauert sieben Semester und schließt ein Praxissemester mit ein. Studieninhalte sind unter anderem Architektur, Tragwerkslehre, Baukonstruktion und Umfeldplanung, die mit den ingenieurwissenschaftlichen Themen der Bauphysik, des technischen Ausbaus und der Ökobilanzierung kombiniert werden, um Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit zu verbessern. Besondere Betonung liegt auf der Praxisnähe und auch auf der persönlichen Schwerpunktentwicklung. Durch verschiedene Wahlfächer bietet die Hochschule ihren Studenten die Möglichkeit eigene Interessengebiete zusätzlich zu vertiefen.

 

Beendet wird der Bachelor mit dem Titel "Bachelor of Engineering". Fortgesetzt werden kann das Studium dann mit dem Master in "Energie Effizienz Design", bei dem Schwerpunkte wissenschaftlich vertieft werden. Ein Bachelor in E2D ist aber nicht die Voraussetzung für den Master. Auch Absolventinnen der Architektur, des Bauingenieurwesen oder einem verwandten Studienfach können sich bewerben. Durch die vielseitigen, interdisziplinären Lehrinhalte bekommen die Studenten eine praxisnahe Ausbildung mit Alleinstellungsmerkmal. Die beruflichen Perspektiven sind vielseitig und reichen von der Planung in Architektur-, Bau und Ingenieurbüros über den öffentlichen Dienst bis zum Projektmanager.

 

Real-Life
Aber was macht dieses Studium wirklich aus? Die Resonanz zu beiden Studiengängen ist fast durchweg positiv. Tanja Scheffler etwa studiert im Master E2D und hat bereits ihren Bachelor in "Energieeffizientem Bauen und Planen" gemacht. Für sie waren besonders die familiäre Atmosphäre an der Hochschule und die Exkursionen große Pluspunkte. Die Exkursionen führten unter anderem nach Venedig, Südtirol und Madrid oder sogar nach Sri Lanka und Nepal. Zusätzlich zum Studium arbeitet sie noch als Werkstudentin in einem Ingenieurbüro und fühlt sich besonders durch die Präsentationen der Projekte und die praxisnahe Orientierung gut auf die Arbeitswelt vorbereitet.

Gelobt wird von den Studierenden das gute Betreuungsverhältnis und das Engagement der Professoren. Zahlreiche Studienprojekte werden mit realen Aufgaben verknüpft, etwa der Optimierung städtischer Gebäude oder neuer Quartiere. Im Rahmen des Modular Festivals in Augsburg wurde von Prof. Joachim Müller das Projekt E2DUP ins Leben gerufen. Seit 2016 haben die Studenten hier die Möglichkeit, das Jugendkultur- und Pop-Festival nachhaltig zu gestalten und eigene Projekte zu verwirklichen. Hier entstanden schon Bühnenmodule und Sitzmöbel aus alten Holzpaletten, Pavillons aus ausrangierten Bannern und diese Jahr eine Lounge aus dem Upcycling von Feuerwehrschläuchen, einer Badewanne und Pappröhren. Aber auch eigene Projekte finden Platz, wie zum Beispiel das Kunstobjekt "30 days of trash" von Sarah Maria Garb, für das sie den Müll von drei Personen über 30 Tage verwertete. Insgesamt lohnt sich ein Blick auf das Festival (das nächstes Jahr vom 20. bis 22. Juni 2019 stattfindet) und auf die beiden Studiengänge. Für Studieninteressierte, für Unentschlossene, für Professoren anderer Hochschulen, für die Baufirmen und eigentlich für alle, die sich für Architektur, Nachhaltigkeit und effizientes Bauen interessieren.


Ressourcen schonen: Gebäude der Zukunft müssen noch cleverer werden

Studiengang Energieeffizientes Planen und Bauen - E2D (Bachelor)

Studiengang Energie Effizienz Design - E2D (Master)

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