Referenz/Projekt

Fotos Stefan Marquardt

Deutsche Anlagen-Leasing - Das Projekt im Detail

Wie plant ein Unternehmen sein neues Büro, wenn es selbst vom Fach ist? Die Deutsche Anlagen-Leasing, älteste Immobilien-Leasing-Gesellschaft in Deutschland, zog im Februar 2017 mit 250 Mitarbeitern in die neue Unternehmenszentrale in Mainz. Ausgestattet wurde diese mit VARIO-Bürotischen, Konferenztischen, Stauraummöbeln und Empfangstresen. 

Das Unternehmen

Die Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG wurde im Jahr 1962 zunächst unter dem Firmennamen Leasing Gesellschaft für Vermietungsprojekte gegründet. 2005 kam es zum Zusammenschluss mit der AGV Anlagen-Grundstücksvermietungsgesellschaft aus Wiesbaden. Auf die organisatorische Zusammenführung folgte die räumliche: Im Februar 2017 zog die DAL mit 250 Mitarbeitern aus zwei Standorten, über die man in den vergangenen zehn Jahren verteilt war, in den neuen Hauptsitz in Mainz-Hechtsheim. Die DAL ist heute als Teil der Deutsche Leasing Gruppe der Spezialist für die Arrangierung und Strukturierung langfristiger, assetbezogener Finanzierungsvorhaben im Sparkassen-Finanzverbund und realisiert große Investitionsvorhaben in den Bereichen Immobilien, Energie, Transport/Logistik und für Umlaufvermögen sowie immaterielle Wirtschaftsgüter.

Das Projekt

Das Wiesbadener Architekturbüro Zaeske und Partner wurde 2015 mit dem Entwurf der neuen Firmenzentrale beauftragt, bei der Transparenz und Kommunikation wichtig waren. Im Inneren entstanden lichte breite Kommunikationszonen, von denen die Büroräume abzweigen mit unverbautem Blick aufs nah gelegene "Naturschutzgebiet". Im Erdgeschoss gibt es einen Konferenzbereich mit Platz für bis zu 200 Teilnehmer, Cafeteria mit Plätzen auch im Freien und einen Sportraum. Alle Arbeitsplätze wurden mit VARIO Möbeln ausgestattet: CONCLUSION Empfangstheken, höhenverstellbare Schreibtische, Konferenz- und Schulungstische STAGE, Schranksystem M3, M4, M9, Besprechungstische LET'S TALK ROUND, VERSA H MiniCaddys. Die Tisch-Sonderanfertigungen sind mit ultraglatten Soft-Touch-Oberflächen versehen, einer besonderen Tischkantenansicht mit schräg geschnittenen Kanten und Details wie ausklappbaren Steckdosen. Bespannung der Rollladenschränke und Caddys erfolgte mit Textilien in CI-Farbe.


Wir sprachen mit Falk Habermann, Abteilungsleiter Baumanagement der DAL, und Michael Schorling, Bereichsleiter Geschäftsführungsstab / Personal / Verwaltung, über das Projekt und die besonderen Ansprüche an Qualität und Funktionalität.


Der neue Hauptsitz der DAL vereint die Mitarbeiter, die zuvor auf zwei Standorten verteilt arbeiteten. Worauf legten Sie bei dem Büro-Neubau und der Büroplanung besonderen Wert?
Falk Habermann: Was den Neubau betrifft hatten wir im Vorfeld mehrere Grundstücke verglichen und überlegt, was für uns als vertriebsorientiertes Unternehmen der richtige Standort ist. Wir wollten ein kommunikatives Gebäude, einen Neubau mit größtmöglicher Transparenz, ein modernes Gebäude, das diese Ansprüche auch an die Mitarbeiter vermittelt. Wir hatten uns dann auch für die Auslobung eines Architekten-Wettbewerbs entschlossen, zu dem sechs Büros aus Mainz, Wiesbaden, Frankfurt und Umgebung eingeladen wurden. Das Architekturbüro Zaeske und Partner konnte dann mit seinem Entwurf als Gewinner überzeugen.


Michael Schorling: Wir sind als Immobilien-Leasing-Gesellschaft ja quasi vom Fach und hatten dementsprechend einen sehr hohen Anspruch an Nutzen und Design. Bei der Inneneinrichtung ging es zum einen um die Funktionalität der Möbel. Wir haben uns in Abstimmung mit dem Betriebsrat und der Betriebsärztin bewusst für elektrisch höhenverstellbare Schreibtische in allen Mitarbeiterbüros entschieden, und das ganze Thema Verkabelung war ein wichtiger Gesichtspunkt. Da wir seit anderthalb Jahren Tablets und andere mobile Endgeräte einsetzen, wünschten wir an jedem Schreibtisch entsprechende Lademöglichkeiten für USB als auch konventionelle Steckdosen mit Tischanschlussfeldern.


Auf den Fotos fällt als erstes auf, dass der Bau sehr licht ist.
Falk Habermann: Das ist genau die Transparenz und Offenheit, die von Anfang an wichtig war.


Das Gebäude ist von auffällig viel wildem Grün und vielen Bäumen umgeben.
Michael Schorling: An der Westseite des Baus liegt eine naturbelassene Ausgleichsfläche, die für Eingriffe an anderer Stelle hier erschaffen wurde und deswegen auch in Zukunft nicht bebaut werden kann. Die Stadt überlässt das Areal der Spontan-Vegetation, und von daher ist das für uns auch ein kleines Alleinstellungsmerkmal, denn das Gebäude ist an der Seite sehr schön einsehbar und präsentiert seine gesamte Längsseite allen auf der nahen Straße Vorbeifahrenden zur Ansicht.


Sie entschieden sich fürs Prinzip der Doppelbüros, entgegen dem Trend, mehr Arbeitsplätze in Open Spaces zu verlegen. Welche Erfahrungen beeinflussten diese Entscheidung?
Michael Schorling: Das Thema Open Spaces versus Doppelbüro mit Kombizone war ein klares Votum der Mitarbeiter. Wir sind in dieses Thema tief eingestiegen und haben uns Büros in andere Unternehmen mit Open Spaces, Einzel- und Doppelbüros sowie Kombizonen angeschaut. Die jetzige Kombi-Lösung wird den Anforderungen der DAL am Besten gerecht, weil einerseits viele Fachspezialisten hochkonzentriert arbeiten müssen und die Ruhe eines Doppelbüros schätzen. Durch große Glaselemente neben den Türen besteht trotzdem ein Bezug zu den Kolleginnen und Kollegen. Durch die breiten mittleren Kommunikationszonen zwischen den Büros entsteht Raum für Kommunikation. Alle zehn Meter öffnen sich die Zonen zu Bereichs-Sekretariaten, die als Anlaufstellen für team-interne Kommunikation dienen und die Möglichkeit bieten, in die Interaktion zu gehen.

 

Falk Habermann: Das Gebäude besitzt jedoch einen sehr flexiblen Grundriss, der die Möglichkeit veränderter Raumzuschnitte offen hält. Zur Aufgabenstellung an die Architekten gehörte, einen Grundriss beziehungsweise eine Gebäudebreite vorzuschlagen, die Open Spaces wie auch Einzel- bzw. Doppelbüros zulässt.

Wie gehen Sie mit den Kommunikations- und Mittelzonen genau um?
Michael Schorling: Wir haben zum Beispiel alle Arbeitsplatzdrucker aus den Büros entfernt und in den Kombi-Zonen Zentraldrucker platziert, in Verbindung mit dem neuen Technikkonzept „Follow my Print“. Die Mitarbeiterkarte ermöglicht den Ausdruck an jedem freien Drucker im Haus, so dass ich mich aus dem Büro herausbewege in die Kombi-Zonen. Wir haben das zentral gebündelt, weil im Zuge der Digitalisierung die Druckernutzung geringer wird und gleichzeitig die Ozon-Belastung in den Büros sinkt. Um diese Drucker-Standorte sind unterschiedliche Möbel für Klein-Besprechungs-Ecken mit Stehtischen integriert, aber auch Sitzmöbel für kurze Spontan-Meetings. Das ist neben den Sekretariatsplätzen die wichtige Nutzung der Zonen.


Neben der Funktionalität ging es Ihnen bei der Inneneinrichtung auch um Design. Welche besonderen Anforderungen stellten Sie an die Inneneinrichtung?
Falk Habermann: Genau, es ging natürlich nicht nur um die reine Funktionalität. Hier im Hause hatte sich eine Mitarbeiter-Gruppe zusammengetan, die sogenannte Design-Gruppe, die wir miteinbezogen haben. Mit allen gemeinsam wurden dann mit VARIO auch die Themen Design und Gestaltung besprochen.


Was hat Sie an VARIO überzeugt?

Falk Habermann: Alle unsere Wünsche wurden so, wie wir sie hatten, auch umgesetzt. Die abgerundeten Ecken und angeschrägten Tischkanten waren Ideen, die von uns herangetragen wurden. Wir wollten, dass die Tischplatte mit der Leichtigkeit und der Transparenz des Gebäudes harmoniert, dass sie nicht schwer lastet, sondern der Tisch in der gewählten Farbe weiß schwebend und leicht erscheint. VARIO war sehr kooperativ in der Umsetzung und präsentierte immer wieder unterschiedliche Ausführungen, bis wir uns dann für eine Qualität entschieden haben.


Die stoffbezogenen Rollschränke sind eine weitere Besonderheit. War das ein Wunsch von Ihrer Seite?
Michael Schorling: Ja, wir haben durch unsere Konzern-Mutter, die Deutsche Leasing, die auch von VARIO ausgestattet wurde, schon die Funktionalität der Rollschränke kennen und schätzen gelernt. Im Gegensatz zu den eher kühl wirkenden Kunststoffoberflächen bringt eine Stoffoberfläche Wohnlichkeit in die Büros. Darüber hinaus sind wir auch froh über die akustische Wirkung, welche Stoff-Fronten gegenüber anderen Oberflächen haben. Der Stoff wurde dann bewusst in rot gewählt, um farbliche Akzente zu setzen. Der Farbton findet sich wieder auf den Kissen der Rollcontainer und den Sesseln in unserer Kommunikationsbrücke. Zudem kommt sie dem rot unserer Firmenfarbe sehr nahe.

Was uns noch gut gefällt und im Arbeitsalltag mit seinem Design bestens funktioniert, sind die Einhausungen am Empfang der Sekretariate. Die Theken sind in dem Holz gestaltet, das auch den Holzton in den WC-Möbeln aufgreift. Der Ton findet sich wiederum auch in den Drucker-Einhausungen. Und die entsprechende Filzoberfläche wiederholt sich in den Akustikboards. Wir haben da mit unseren Partnern von neotares Consulting ein durchgängiges Designkonzept zwischen offener Kombi-Zone, Sekretariaten, Mitarbeiterbüros umgesetzt.


Falk Habermann: Dieses Farbkonzept ist natürlich mit dem Architekten abgestimmt. Es harmoniert wirklich wunderbar und durchgehend vom Gebäude über Fenster, Türen, Rahmen, reicht über die Füße der Schreibtische bis hin in kleine Details.

www.dal.de


Die neotares Consult GmbH beriet die DAL bei der Büroplanung. Mehr darüber von Kathrin Herzog, Projektleiterin bei neotares:

Welche Aufgaben übernahmen Sie bei dem Projekt?
Kathrin Herzog: Unsere Beratung erstreckte sich von der Planung einer optimalen Flächen-Nutzung über die passende Mobiliarauswahl bis hin zur Innenarchitektur, die wir in Zusammenarbeit mit den Architekten Zaeske und Partner gestaltet haben. Ein zukunftsfähiges Bauobjekt wie dieses beinhaltet neben viel Kreativarbeit auch wirtschaftliche Aspekte. Ich glaube, das Resultat kann sich sehen lassen und die DAL als Nutzer ist sehr zufrieden. Die breiten Flure und Kommunikations-Zonen stechen hervor...So ist es. Ziel war es, Zonen zu bilden, in denen die Mitarbeiter aus den Büros ausbrechen können. Die typischen Open-Space-Konzepte lagen nicht im Fokus der DAL, sondern räumliche Variablen, die den Mitarbeitern auch weiterhin Doppelbüros bieten und somit den Komfort eines „eigenen“ Raumes. Das heißt, die Raumstruktur bietet Flexibilität und gleichzeitig genügend Raum für Kommunikation. Die Idee ist, konstruktive Begegnungen der Mitarbeiter zu fördern.

 

Welche unterschiedlichen Kommunikationsbereiche hat man entwickelt?
Wir haben breitere Flure als Kombi-Zonen zwischen den Büros, ausgestattet mit Sesseln und Stehtischen. Man kann dort auch Team-Meetings abhalten. Die offenen Sekretariatsbereiche dienen als zentrale Anlaufstellen. Angrenzend dazu sitzen nahezu alle Mitarbeiter in Doppelbüros. Gleichzeitig gibt es Copy- und Garderoben-Ecken, die als funktionale Bereiche integriert wurden. Auf den sogenannten Kommunikationsbrücken sind abteilungsübergreifende Kurz-Meetings möglich.

Es wurde viel Wert auf die Optik gelegt.
Ja, die Gebäudequalität spiegelt sich auch in diversen Maßanfertigungen. Die Tische, Schränke und das Sondermobiliar von VARIO gehören mit der Soft-Touch-Oberfläche und anderen feinen Details, wie abgerundeten Kanten ebenso dazu. Alle Büros sind damit ausgestattet. Die Rollladenschränke wurden mit Stoff bezogen, etwas sehr Besonderes – natürlich in der CI-Farbe Rot. Das zeigt ein einheitliches Bild und wirkt edel. Für eine verbesserte Akustik, wurden absorbierende Paneele an den Wänden montiert, und im baulichen Part wurde zum Beispiel darauf geachtet, den Boden mit Akustikvlies zu verlegen.

Was waren die besonderen Wünsche der DAL als die Projektplanung begann?
Der Qualitätsgedanke stach im Vergleich mit anderen Projekten deutlich heraus. Maßgeblich waren Wertigkeit und Qualität – zum einen in Bezug auf eine hochwertige Ausstattung, die auch in Jahren noch den Anforderungen genügt. Zum anderen auch als Wertschätzung an die Belegschaft. Der Trend geht im Moment zu Open Spaces und kleineren Arbeitsflächen, auch um Platz zu sparen. Darauf wurde hier verzichtet. Auch das spielt mit in den Qualitätsgedanken dieses Projekts.

Das klingt, als könnte man bei Neubau-Projekten wie diesem grundlegender planen und etwas Neues durchsetzen? Zumal bei den Projekt aus zwei Standorten in einen Hauptsitz umgezogen wurde.
Wenn man in ein Bestandsgebäude umzieht, dominieren meist die alten Strukturen, selbst bei Sanierung oder Umbau. Der Neustart mit einem neuen Haus ermöglicht schon echte Neuerungen. Das gilt auch im Besonderen für die Unternehmenskultur. Die DAL hatte vorher zwei Standorte, die unter dem Motto "Eins in Mainz" zusammenführt wurden, und es ist spannend zu sehen, wie sich die Mitarbeiter nun neu begegnen können.

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