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Vielfältig einsetzbar

Unternehmen nutzen zunehmend 3-D-Simulation, sogenannte Augmented Reality oder Virtual Reality. Die Technik ist besonders für Logistikzentren oder in der Weiterbildung interessant. Auch der Einsatz an virtuellen Schreibtischen wird erprobt.

Seit Jahren wird geforscht wie sich virtuelle 3-D-Modelle in Unternehmen sinnvoll anwenden lassen. Die Game-Industrie treibt die Innovationen entscheidend mit voran. Fünf bis sechs Jahre dauere es noch, bis Virtual Reality massenhaft angewendet wird, schätzte Thomas Bremer, der an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin den Studiengang Game Design leitet, jüngst in einem Text in der Süddeutschen Zeitung.

 

Die Begriffe
Augmented Reality (AR) bedeutet, dass einzelne virtuelle Elemente in die echte Welt projiziert werden. Virtual Reality (VR) erschafft dagegen eigene neue Welten. Die optische Darstellung basiert auf Grafik-Engines, wie sie in Videospielen angewendet werden und mit deren Hilfe man Städte, Landschaften oder Geräte künstlich erstellt. Mixed Reality bezeichnet eine Mischform und wird oft als Oberbegriff verwendet für die Verschmelzung von Realitat und Virtualität. Als Hardware dienen Datenbrillen oder Datenhelme. Die AR-Brillen-Variante ist meist kleiner, ähnelt großen Fahrradbrillen mit verdunkelten oder transparenten Gläsern.


Anwendung
VR-Technik diente bisher vor allem bei der Produkt-Präsentation. Die Automobilindustrie nutzte die Technik, um Kunden potentielle Neuwagen darstellbar zu machen oder Automobildesigner simulierten Neuerungen bei der Fahrzeugentwicklung. Geplante Shoppings-Malls lassen sich noch vor der Eröffnung begehen.

AR ist breiter einsetzbar, und in jünster Zeit sind zahlreiche neue Anwendungen auf den Markt gekommen beziehungsweise kooperativ entwickelt worden auf Initiative vor allem der Logistikbranche. Der IT-Dienstleister Bechtle zum Beispiel wickelt seit Anfang 2016 den Warenausgang mithilfe von AR ab. Die Mitarbeiter tragen Datenbrillen, in deren Sichtfeld über eine SAP-Software alle wichtigen Informationen eingeblendet sind, gescannte Daten werden automatisch ins Warenwirtschaftssystem übertragen. Auch die Deutsche Post DHL setzt Datenbrillen in den Verteilungszentren ein. Angekündigt ist, auch Zusteller mit der Technik auszustatten.

In der Weiterbildung hat die Deutsche Bahn beispielhaft die Technik für sich entdeckt, um beim Nachwuchs unter den Wartungstechnikern die Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen. Wartungseinsätze werden simuliert an projizierten Schienen, Weichen oder Maschinenteilen. Das Training erleichtere die Reparatur im Ernstfall erheblich, weil man die Funktionsweise verstehe, bevor man sich ans echte Modell wagt, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Einsatz im Büro
Auch der Einsatz im Büro wird erprobt: Forscher des Exzellenzclusters CITEC der Universität Bielefeld entwickelten zusammen mit dem Softwarehersteller Ceyoniq Technology im vergangenen Jahr ein Verfahren, mit dem sich Dokumente in einer künstlichen Umgebung betrachten und sortieren lassen. Die Träger von VR-Brillen arbeiten an einem virtuellen Schreibtisch, an dem der Nutzer seine Dateien sortiert. Mit den Händen lassen sich Papiere verschieben oder Gegenstände greifen - wie es auch beim Smart Table der Fall ist, den Leap in Time zusammen mit VARIO entwickelt. Und im Juni wird das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT bei VARIO aktuelle Lösungen zum Thema "Mixed and Augmented Reality Solutions" präsentieren.

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